AM startet Hungerhilfe in Mali

Familie G. weiß nicht mehr aus noch ein. Zwar hat Herr G. Arbeit, aber durch den Anstieg der Preise für Hirse und Reis kann er mit seinem Gehalt nur noch einen statt drei Säcke Hirse kaufen. Das aber reicht nicht, um seine 7-köpfige Familie zu ernähren. Auch seine Zusatzarbeit abends - er bügelt Wäsche - reicht nicht. Zuerst hat die Familie all den kleinen Luxus wie Tee und Zucker weg gelassen, dann wurde weniger Fleisch gekauft, dann eine Mahlzeit pro Tag weg gelassen. Die restlichen Mahlzeiten bestehen hauptsächlich aus Hirsebrühe oder Hirsebrei. So versuchen sie, sich irgendwie über Wasser zu halten. Noch geht es einigermaßen, aber eine gute Ernährung ist das nicht mehr.

Wenn es schon den Menschen mit Arbeit in Mali nicht gut geht, wie sieht es dann bei denen aus, die nur von der Landwirtschaft abhängig sind?

In den Dörfern der Region Mopti haben die Menschen oft zwei Standbeine - Hirse und Reisanbau. Im letzten Jahr regnete es zwar genügend, so dass die Hirseernte gut genug war, dennoch wurden die Reisfelder nicht genügend überflutet. Dementsprechend mager fiel in manchen Dörfern die Reisernte aus. In diesem Jahr fielen nun beide Ernten ziemlich schlecht aus. So reichte der Ernteertrag zwar für einige Monate zum Essen, aber die Kredite für den Dünger können nicht ab bezahlt werden. Die Menschen verschulden sich, müssen Kühe oder Schafe verkaufen (wenn sie welche haben), um die Kredite zurück zu zahlen. Werden die Kredite nicht bezahlt, bekommen sie im nächsten Jahr keine Felder zum bewirtschaften.

In einem Land, das zu den Ärmsten der Welt gehört und in dem 80% der Bevölkerung direkt von der Landwirtschaft abhängig sind, ist eine Missernte gleichbedeutend mit einem Todesurteil für Arme, Kranke und Kinder. Die Kinder, die sowieso schon unterernährt sind (ca. ¼  aller Kinder) haben dann keine Chance mehr: sie sind schwach und haben zu wenig Abwehrkräfte für Krankheiten, sie haben keine Reserven, um eine weiter Einschränkung der Nahrung zu verkraften.

Was macht eine Familie, die weiß, dass sie nur die Hälfte der Menge zu essen hat wie sonst?

Die Mahlzeiten werden gestreckt. Man spart zuerst bei Fleisch und Gemüse, um Geld zu sparen. Dann wird häufiger dünner Reis- oder Hirsebrei gekocht als sonst.

Vielleicht spielen sich die Szenen in den Häusern so ähnlich ab:

Es wird Abend und die Mutter macht Feuer, um das Abendessen zu kochen. Sie setzt einen Topf mit Wasser auf das Feuer. Die nächsten Stunden rührt sie im Topf und beantwortet die andauernden Fragen ihrer Kinder: "Wann essen wir, Mama?" Sie antwortet: "Ich koche ja schon, aber es ist noch nicht fertig. Ihr müsst euch noch ein wenig gedulden." Schließlich werden die Kinder müde und schlafen ein ? ohne Essen. Die Mutter nimmt den Topf vom Feuer und macht das Feuer aus. Sie hat kein Essen mehr für die Kinder  und weiß auch nicht, woher sie es nehmen will. 

Mahmadou geht jeden Tag aufs Feld,  obwohl er weiß, dass das nichts bringt. Er kann es kaum verkraften, seine vertrockneten Reisfelder zu sehen. Aber nachdem die Hirseernte schon ausfiel, versucht er daran zu glauben, dass er wenigstens einige Säcke Reis ernsten kann. Dann hätte seine Familie wenigstens für zwei Monate zu Essen. Zum Glück hat die Familie im Gartenprojekt des Dorfes ein paar Parzellen. Dort wachsen Zwiebeln, Tomaten und Chilichoten. So haben sie wenigstens die Grundmittel für die Soße, auch wenn es für Fleisch oder Fisch nicht reicht. Er  hofft  auf eine paar Einnahmen vom Garten, damit die Kinder weiter in die Schule gehen können. 

Wenn Sie konkret in dieser Situation helfen möchten,  spenden Sie für das AM Hungerhilfeprojekt Mali.

Spar- und Kreditbank eG, Witten
BLZ: 452 604 75, Konto: 9 110 900
BIC: GENODEM1BFG; IBAN: DE 86 4526 0475 0009 1109 00

Volksbank Dill eG, Dietzhölztal
BLZ: 516 900 00, Konto: 438 006
BIC: GENODE51DIL; IBAN: DE 10 5169 0000 0000 4380 06

Wenn sie langfristig dem Hunger vorbeugen wollen, können Sie die Projektarbeit der AM unterstützen. Die Aufforstungs- und Gartenprojekte leisten einen wichtigen Beitrag, dass in schlechten Erntejahren Familien vor Hunger bewahrt werden.

Weitere Informationen finden Sie hier.