Kurze Informationen über Italien/Südtirol
Das Land Italien ist eine lange gebirgige Halbinsel mit einer Gesamtfläche von ca. 300.000 km², einschliesslich der Inseln Sizilien und Sardinien. Die Landschaft Italiens ist vielfältig: Die Alpen erstrecken sich über ganz Norditalien, südwärts wird das Land fast in ganzer Länge von einem Gebirgskamm durchzogen (Apenninen). Die Poebene dagegen ist agrarischer Schwerpunkt Italiens. Städtische Ballungsräume sind Rom, Mailand und Neapel. Der Anteil der städtischen Bevölkerung beträgt ca. 70%. Hauptwirtschaftsbereich sind Dienstleistungen und produzierendes Gewerbe, das vor allem im Norden des Landes angesiedelt ist, während die südlichen Landesteile wirtschaftlich schwächer sind. Relativ hohe Arbeitslosenrate um 11%.
Religion
Bis 1984 war der Katholizismus Staatsreligion, heute sind alle Religionen gesetzlich gleichberechtigt, 96% der ca. 57 Mio. Einwohner sind katholisch. Neben wenigen Protestanten, Orthodoxen und Juden schätzt man den Anteil an evangelikalen Christen auf ca. 1%.
Sprachen
Neben italienisch als Landessprache findet man in einzelnen Regionen auch andere Sprachen wie deutsch (Trentino-Südtirol), ladinisch (Friaul), sardisch (Sardinien) u. a.
Geschichte
470 v. Chr. wird Rom Republik und übernimmt in Italien die Vormachtstellung. Starke Ausdehnung des Römischen Reiches, in der Kaiserzeit (Augustus) bis nach Nordeuropa. Das weströmische Reich wird mit Ende des 5. Jahrhunderts n. Chr. von den Germanen, dann den Ostgoten, schließlich von Byzanz regiert. Gründung des Kirchenstaates unter päpstlicher Oberhoheit Mitte des 8. Jahrhunderts. 1559 fällt Italien an Habsburg, 1805 unter Napoleon an Frankreich, danach an Österreich. 1861 befreit sich Italien von der Fremdherrschaft, Viktor Emmanuel II. wird erster König von Italien. Unter Mussolini als Ministerpräsidenten (1922) wird Italien ein faschistischer Staat. Seit 1946 Republik mit häufigen innerpolitischen Auseinandersetzungen und Regierungswechseln.
Südtirol
Land und Leute
Südtirol ist eine in Norditalien gelegene Alpenregion mit ca. 450.000 Einwohnern. Der größte Teil des Landes liegt über 1.000 m Meereshöhe, der überwiegende Teil der Bevölkerung lebt in kleineren politischen Gemeinden. Obwohl Südtirol in der Touristenbranche weit über seine Landesgrenzen hinaus bekannt ist, spielt es in der politischen Landschaft Europas eher eine untergeordnete Rolle. Wirtschaftlich gesehen hält Südtirol mit der europäischen Entwicklung Schritt. Die wichtigsten Wirtschaftsbereiche sind die Landwirtschaft, das produzierende Gewerbe und vor allem der Dienstleistungssektor. Etwa 70 % der Einwohner sprechen deutsch, 25% italienisch und 5% das rätoromanische ladinisch als Muttersprache. Die italienische Bevölkerung findet sich vor allem in den Städten, besonders in der Landeshauptstadt Bozen.
Geschichte
Vor allem in den letzten Jahrzehnten war die Geschichte Südtirols sehr bewegt. Nach dem ersten Weltkrieg wurde Südtirol Italien zugesprochen. In den 30er Jahren versuchte man, das Land unter der faschistischen Regierung Mussolinis systematisch zu italianisieren. Italienisch wurde Amts- und Unterrichtssprache. Deutsch wurde verboten, nur Italiener bekamen politische Verantwortung. Durch Neuansiedlung von Italienern wurde der italienische Bevölkerungsanteil von ca. 5 auf ca. 30% angehoben. Diese Ereignisse haben das Verhältnis zwischen Südtirol und Italien bis heute geprägt. Obwohl es wiederholt zu kleineren Konflikten kommt, ist die Situation inzwischen im allgemeinen entspannt. Nach langen Verhandlungen bekam Südtirol 1972 den Status einer autonomen Provinz in Italien. Angehörige beider Sprachgruppen sind rechtlich gleichgestellt.
Religion und Kultur
98% der Einwohner gehören dem römisch-katholischen Glauben an. Wie das übrige Europa befindet sich aber auch Südtirol im Prozess der Entchristianisierung. Während man für Italien davon ausgeht, dass ca. 1% evangelikale Christen sind, dürfte die Zahl für Südtirol noch darunter liegen. Seit den 80er Jahren bemühen sich deshalb verschiedene christliche Werke darum, das Evangelium in Südtirol zu verbreiten. Als Frucht dieser Arbeit entstanden einige evangelikale Gemeinden verschiedener Prägung. In Bozen und Meran ist die evangelisch-lutherische Kirche seit ca. 100 Jahren präsent. Das südtiroler Brauchtum ist tiefgehend und nach wie vor stark geprägt von alten Überlieferungen und christlichem Gedankengut, die fest miteinander verwoben sind.
Arbeit der Allianz-Mission
Die Allianz-Mission engagiert sich seit 1990 in Gemeindegründung und -aufbau unter der deutschsprachigen Bevölkerung in Norditalien (Südtirol), zuerst in den Städten Brixen und Bruneck. Seit 1999 gibt es auch in Bozen, der Landeshauptstadt Südtirols, ein Gemeindegründungsprojekt.
