Kurze Informationen über Brasilien
Das Land
Brasilien ist mit einer Fläche von 8.514.215 km² das fünftgrößte Land der Erde und 24 mal so groß wie Deutschland. Ca. 195 Millionen Menschen leben hier. 83,3 % der Bevölkerung leben im Jahr 2003 in den Städten, die sich durch rasantes Wachstum und Wildwuchs auszeichnen; in den Außenbezirken, aber auch in den Innenstädten haben sich Favelas genannte Armensiedlungen gebildet. Der Unterschied zwischen Arm und Reich ist in kaum einem Land so groß wie in Brasilien. Dies gilt besonders bei der in der Landwirtschaft tätigen Bevölkerung. So waren bis 1998 2,8 % der Bauern Großgrundbesitzer mit zusammen 57 % der gesamten Agrarfläche, wohingegen 90 % der Bauern sich 22 % der Nutzfläche teilen müssen. Etwa fünf Millionen Familien gelten als landlos.
Geschichte
1500 durch Pedro Alvares Cabral entdeckt, wurde Brasilien zur portugiesischen Kolonie. Afrikanische Sklaven wurden zur Feldarbeit importiert.
1822 erlangte Brasilien die Unabhängigkeit. 1888 wurde die Sklaverei abgeschafft. Seit 1889 ist Brasilien eine Republik mit verschiedenen autoritären und demokratischen Regierungen.
Ethnien
Ursprünglich vier Bevölkerungsgruppen bilden die brasilianische Bevölkerung. Sie sind heute jedoch so umfassend vermischt, dass eine klare Zuordnung oft nicht mehr möglich ist. Diese Grup
- die Portugiesen, die ursprünglichen Kolonialisten
- die Afrikaner, die als Sklaven nach Brasilien verschleppt wurden
- verschiedene Immigrantengruppen, hauptsächlich aus Europa (Italiener, Deutsche, Spanier), dem Nahen Osten und Asien, die sich seit Mitte des 19. Jahrhunderts in Brasilien angesiedelt haben. Seit 1818 sind über 300.000 Deutsche eingewandert (siehe auch Deutschbrasilianer). Eine große japanische Bevölkerungsgruppe lebt in Brasilien, außerdem viele Polen, vorwiegend in Paraná.
- einheimische Volksgruppen der Tupi- und Guarani-Sprachfamilien (200 ethnische Gruppen mit insgesamt etwa 500.000 Mitgliedern). Etwa zehn Prozent der Fläche Brasiliens ist für Indianer reserviert.
Etwa die Hälfte der brasilianischen Bevölkerung hat einen nicht unerheblichen Anteil afrikanischer Vorfahren, die vom 16. bis zum 19. Jahrhundert als afrikanische Sklaven in das Land gebracht wurden. Die Schwarzen haben sich jedoch im Laufe der Zeit stark mit der europäisch stämmigen Bevölkerung vermischt. Nach einer Erhebung des IBGE (brasilianische Bundesamt für Statistik und Geographie) im Jahre 2005 bezeichnen sich rund 49,9 % der Brasilianer selbst als Weiße, 43,2 als Mischlinge (pardo) und 6,3 % als Schwarze, 0,7 % als Gelbe oder Indigene. Der größte Teil der afrobrasilianischen Bevölkerung lebt im Nordosten.
Religionen
Nach dem Zensus im Jahres 2000 bekannten sich 73,6 Prozent der Brasilianer zur römisch-katholischen Kirche. Die Zahl der Katholiken ist rückläufig. 1960 betrug die Zahl der Katholiken noch 91 Prozent der Gesamtbevölkerung, bis 1985 nahm sie auf 83 Prozent ab und ist bis 2000 auf 73,6 Prozent gesunken. Teile des brasilianischen Katholizismus sind stark von afrobrasilianischen Traditionen beeinflusst.
15,4 Prozent der Bevölkerung sind protestantischen Glaubens. Der Protestantismus kam seit dem 19. Jahrhundert mit deutschen Einwanderern ins Land. Im 20. Jahrhundert haben aber vor allem nordamerikanische Missionskirchen große Erfolge erzielt. So gab es seit etwa 1960 eine starke Zunahme protestantischer Freikirchen. Heute gibt es 35.000 Freikirchen in Brasilien. Zu den so genannten protestantischen Freikirchen gehören einige Grosskirchen, die in dem Ruf stehen, in erster Linie die wirtschaftlichen Interessen ihrer Gründer und Leiter zu verfolgen. Immer wieder kommt es zu Skandalen. Daher wird inzwischen in Brasilien das ?Geschäft? der evangelischen Freikirchen sehr unterschiedlich beurteilt.
7,4 Prozent erklärten keiner Religion anzugehören.
1,3 Prozent sind Anhänger des Spiritismus, 0,3 Prozent bekannten sich zu afro-brasilianischen Religionen wie Candomblé und Umbanda.
Des Weiteren gibt es etwa 1.100.000 Zeugen Jehovas, 600.000 Mormonen, 215.000 Buddhisten, meist Nachkommen japanischer Einwanderer, 150.000 Juden, 27.000 Muslime, meist Nachkommen syrisch-libanesischer Einwanderer und knapp 3.000 Hindus.
Gewaltkriminalität (offizielle brasilianische Statistik)
Nach Angaben der ORGANIZAÇÃO DOS ESTADOS IBERO-AMERICANOS PARA A EDUCAÇÃO, A CIÊNCIA E A CULTURA steht Brasilien nach Kolumbien fast gleichauf mit Russland und Venezuela an der Spitze der Mordkriminalität in der Welt. Offiziell wurden zum Beispiel im nordöstlichen Bundesland Pernambuco in 2004 gerechnet auf 100.000 Einwohner 50 Morde gezählt. Das macht für eine Stadt wie Recife mehr als 1000 Morde pro Jahr. Die Dunkelziffer ist mit Sicherheit nach Aussagen verschiedener Organisationen erheblich höher.
Tod durch Gewalt ist unter Jugendlichen in einigen Regionen die häufigste Todesursache.
Politik heute
Heute ist Brasilien eine republikanische Demokratie mit gewähltem Präsidenten und Parlament. Große Probleme hat das Land aber mit der allgegenwärtigen Korruption in Administration und Politik. Brasilien ist ein reiches Land, aber wirksame Sozialprojekte sind sehr oft abhängig von Geldern aus dem Ausland. Ziel der Arbeiten der Allianz-Mission ist es aber, die Projekte im Laufe der Zeit davon unabhängig zu machen und in brasilianische Hände zu übergeben.
Hier geht weiter zu den Arbeiten der Allianz-Mission in Brasilien.

